Die Freie Projektgruppe des OPEN OHR Festival blickt mit Sorge auf eine Entwicklung, die Millionen von Menschen betrifft und trotzdem oft unsichtbar bleibt: Einsamkeit. Aus diesem Grund verschreibt sich die 52. Ausgabe des OPEN OHR Festival ganz diesem Tabuthema und widmet sich unter dem Titel „ALLEINSAM” den sozialen, politischen und gesundheitlichen Ursachen und Folgen von Einsamkeit.
„Einsamkeit ist zwar ein subjektives, aber zutiefst reales Gefühl und gleichzeitig eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung. Menschen leiden unter zu wenigen oder zu oberflächlichen sozialen Kontakten, während sie sich gleichzeitig nach Bindung sehnen. Und obwohl Einsamkeit krank machen kann, bleiben die Ursachen häufig unbenannt“, erklärt Projektgruppenmitglied Anne Wuttke. Die Freie Projektgruppe ist überzeugt, dass Einsamkeit kein privates Schicksal ist, sondern auch Ausdruck gesellschaftlicher Schieflagen, politischer Unterlassungen und wachsender Ungleichheit. Höchste Zeit, das Thema ins Scheinwerferlicht des 52. Festivals zu rücken.
Ein Festival für Nähe in distanzierten Zeiten
Die Freie Projektgruppe und das Amt für Jugend und Familie der Stadt Mainz laden vom 22. bis 25. Mai 2026 dazu ein, auf dem OPEN OHR Festival zusammenzukommen und die Mainzer Zitadelle zu einem Ort zu machen, an dem niemand mit seiner Einsamkeit allein gelassen wird. Dort soll an Pfingsten ein Raum entstehen, in dem offen über Einsamkeit gesprochen werden kann. Das Festival stellt mit seinem vielfältigen Programm Fragen, die längst eine Antwort verdient haben: Was bedeutet Einsamkeit wirklich und warum wird sie immer noch tabuisiert? Wer trägt Verantwortung für die Bedingungen, unter denen Menschen selbst in belebten Städten das Gefühl haben, unsichtbar zu sein? Und was können wir gegen Einsamkeit tun? Die Haltung der Freien Projektgruppe zum Festivalthema lässt sich wie immer im Thesenpapier nachlesen.
ALLEINSAM
Obwohl die Bundesregierung bereits 2023 ein Strategiepapier gegen Einsamkeit vorgelegt hat, greift dieses nach Ansicht der Freien Projektgruppe immer noch viel zu kurz. Für Begegnungsmöglichkeiten muss heute zum Beispiel oft gezahlt werden und konsumfreie Orte sind rar. Einsamkeit entsteht verstärkt dort, wo die soziale Ungleichheit am größten ist. Zudem schafft die Leistungsgesellschaft Bedingungen, die soziale Isolation begünstigen. „Freundschaften und soziale Kontakte helfen besonders gut bei Stress auf der Arbeit. Blöd nur, wenn dafür im Arbeitsalltag kaum Zeit bleibt, denn tiefgehende emotionale Bindungen brauchen vor allem eines – Zeit“, erklärt Jannik Koppenhagen von der Projektgruppe.
Einsamkeit gefährdet Gesundheit und Demokratie
Gesundheitliche Folgen von Einsamkeit können sich in Form von Depressionen und Angststörungen über Herz-Kreislauf-Erkrankungen bis hin zu körperlichem Stress ausdrücken. Für dauerhaft einsame Menschen berechnet die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ein um 9 bis 33 % erhöhtes Sterblichkeitsrisiko. An den Folgen von Einsamkeit sterben laut WHO weltweit jährlich bis zu 871.000 Menschen. Doch Einsamkeit ist nicht nur ein medizinisch relevantes Thema, Einsamkeit kann sogar demokratische Strukturen schwächen. Denn Menschen, die sich isoliert fühlen, verlieren schneller an Vertrauen in politische Institutionen und sind anfälliger für populistische Botschaften. Das macht Einsamkeit auch zu einer Gefahr für die demokratische Kultur.
Handeln statt hoffen!
Ob bei Podiumsdiskussionen, Theaterstücken, Konzerten oder Workshops, auf dem OPEN OHR Festival 2026 soll es einen Raum für Austausch, politische Forderungen und persönliche Geschichten geben. Das Festival soll für das Thema Einsamkeit sensibilisieren, aber gleichzeitig auch als Begegnungsort und Gegenmittel fungieren. Julia Lippert von der Freien Projektgruppe betont: „Vielleicht kommt ihr allein auf die Zitadelle, aber ihr müsst nicht alleine bleiben. Beim 52. OPEN OHR setzen wir bewusst auf Begegnung: Mit Angeboten, die euch helfen, miteinander in Kontakt zu kommen und euch zu vernetzen.“
Vorverkauf startet am 05.12.2025 – Jetzt neu: OPEN OHR SUPPORTER TICKETS
Das OPEN OHR Festival führt für das kommende Festival die neue Ticketkategorie SUPPORTER TICKET ein. Besucher*innen haben damit die Möglichkeit, das Festival finanziell zu unterstützen und so direkt zum Erhalt des Festivals beizutragen – und gleichzeitig möglichen Preiserhöhungen in der Zukunft entgegenzuwirken. Nachdem das nicht-kommerzielle Kulturfestival aufgrund steigender Kosten im vergangenen Jahr gezwungen war, die Eintrittspreise anzuheben, konnte eine erneute Ticketpreiserhöhung in diesem Jahr abgewendet werden. SUPPORTER TICKETS können im Vorverkauf erworben werden und belaufen sich auf 79,10 € für die Dauerkarte (bzw. 120,90 € für die Dauerkarte mit Zeltplatz). Die Preise aller übrigen Tickets bleiben unverändert.
Der Eintrittspreis für eine 4-tägige Dauerkarte für das 52. OPEN OHR Festival liegt im Vorverkauf bei 57,10 € inklusive Gebühren (ermäßigt 36,20 €), an der Tageskasse bei 63,00 € (ermäßigt 38,00 €). Eine Dauerkarte mit Zeltplatz (4 Tage) kostet 98,90 € (ermäßigt 75,80 €), an der Tageskasse 104,00 € (77,00 € ermäßigt).
Tageskarten gibt es nur an der Tageskasse. Karten für Freitag, Samstag oder Sonntag kosten jeweils 36,00 € (ermäßigt 22,00 €). Die Tageskarte am Montag kostet 18,00 €. Mögliche Ermäßigungen können auf der Website (www.openohr.de) eingesehen werden. Hier ein Link zum Vorverkauf: openohr-ticketshop.reservix.de.
Bändchen = Fahrkarte
Kostenfreie und umweltfreundliche Anreise: Die Dauerkarten bzw. Eintrittsbändchen für das OPEN OHR Festival gelten als Fahrausweise gültig im Tarifgebiet 6500 und im RNN-Verbund in der 2. Klasse des öffentlichen Personennahverkehrs. Es gelten die Tarifbestimmungen und Beförderungsbedingungen des jeweiligen Verkehrsverbundes.
